Der Mariengarten

Von den sieben Freuden bis zum Paradies: Rund um die Wallfahrtskirche in Bildstein hat Judith Sperger einen Mariengarten geschaffen.

Intensiv hat die Gartengestalterin aus Lustenau recherchiert, bevor sie diesen begehbaren Gottesdienst schuf, und einige ihrer Erkenntnisse können Besucher in der kleinen Broschüre nachlesen, die eigens für den Mariengarten erstellt wurde. Eine Voraussetzung, um das Geheimnis des Gartens zu entschlüsseln, sei dieses Wissen jedoch nicht. „Die Anlage soll kein Lehrpfad sein, sondern einfach berühren“, betont Judith Sperger. Zugleich ist sie überzeugt: „Alles, was uns berührt und erfreut, hat auch therapeutische Kräfte. Und diese Pflanzen sprechen eine eigene Sprache, entfalten eine eigene Kraft. “

Mehr als eine Einladung, sich vom Geist des Orts berühren zu lassen, will der Mariengarten nicht darstellen. Zu diesem unaufdringlichen Konzept passt die Idee, dass sich Paten um die einzelnen Beete kümmern. „Die Pflege soll aber nicht zur Überforderung oder Last werden“, sagt Judith Sperger, vielmehr könne Patenschaft auch bedeuten, „für eine schöne Viertelstunde mit der Pflanze auf Du und Du zu gehen.“ So wird der Mariengarten zum Kreuzungspunkt unterschiedlicher Lebenswege. Andrea zum Beispiel, die sich um den Paradiesgarten kümmert, hatte früher daheim einen großen Garten und am Hang dazu noch ein Kräuterbeet. Heute hat sie nur noch einen Balkon. „Für mich ist das hier ein Geschenk“, sagt sie. Man könnte auch sagen: ein Stück vom Himmel.