Erste große Renovierung

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts machte die  „Romanisierung“ der Kirchen auch nicht von der Wallfahrtskirche in Bildstein halt. Zwischen 1877-1879 wurde mit großem finanziellen Aufwand unter Pfarrer Gebhard Forster die innere Ausstattung entfernt und durch eine neue im schlichteren „romanischen“ Stil ersetzt. Nur wenig wurde von der Renovierung verschont und blieb bis heute erhalten. Erwähnenswert sind die Kassettenholzdecke, die doppelte Eingangstüre, die Tabernakeltüre und die Kreuzwegbilder auf der Außenseite der Kirchenmauer.

Errichtung der Erscheinungskapelle

1887 wurde zum Gedenken an die Marienerscheinung im Jahr 1629 an dessen vermuteten Ort eine kleine Kapelle errichtet. Diese Kapelle wurde 1930 abgerissen und nur unweit davon entfernt eine neue, größere erbaut.

Krönung des Gnadenbildes

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das Gnadenbild zwar wieder bekleidet, doch es verblieb weiterhin am Seitenaltar. Um es besser sichtbar zu machen, wurde das Gnadenbild 1896 etwas versetzt und mit einem Thron versehen. 1897 wurde das Gnadenbild feierlich gekrönt, wobei am Tag der Krönungsfeier 5.000 – 6.000 Personen Pilger gezählt wurden.

Gebetserhörung während des 1. Weltkriegs

Mit dem 1. Weltkrieg erlebte die Wallfahrt einen kleinen Aufschwung. Bereits kurz nach Kriegsbeginn August 1914 fanden die ersten Prozessionen vom Bregenzer Wald und Rheintal nach Bildstein statt. Am 13. Juni 1916 nahm auch der 24-jährige Heinrich Greißing aus Hohenweiler an einer Wallfahrt teil. Er wurde 1914 bei einem gegnerischen Artillerieangriff an der Russlandfront psychisch traumatisiert und wurde als unheilbar taubstumm aus der Armee entlassen. Während dem Gebete bei der Messe kehrte das Gehör als auch die Stimme zurück, so dass er nach Beendigung der Messe wieder vollkommen genesen war.

Innenrenovierung während des 2. Weltkriegs

Kurz vor dem zweiten Weltkrieg übernahm Heinrich Nußbaumer die Pfarre Bildstein. In seinem unermüdlichen Arbeitseifer schaffte er es mitten in der Kriegszeit von 1940-1941 eine Innenrenovierung durchzuführen und die dafür benötigten rationierten Baumaterialien zu beschaffen. Im Gegensatz zum „romanischen“ Stil wurden die Kirche nun heller und freundlicher gestaltet. Die dunklen Tapeten wurden entfernt, die Wände wurden neu verputzt, neue Fenster eingesetzt und das Dach ausgebessert. Der Pfarrer war sich dabei auch nicht zu schade, selbst zur Maurerkelle zu greifen und die Wände zu verputzen. Die direkte Art seine Pläne in die Tat umzusetzen, was beinhalten konnte vorher nicht um Genehmigung anzusuchen, brachte ihm immer wieder Ärger mit den örtlichen Behörden ein. Mehrmals wurde er während des Krieges zur Gestapo nach Bregenz vorgeladen und zur Rede gestellt. Auch als Pfarrer Nußbaumer 1961 mit dem Bau des Pfarr- und Pilgersaal begann, geschah dies anfänglich ohne Genehmigung. „Lieber baue ich ohne Baugenehmigung als mit einem Bauverbot!“, so sein damaliger Ausspruch.

Zweite große Renovierung

Die nächste große Renovierung erfolgte unter Pfarrer August Hinteregger. Die letzte Außenrenovierung lag schon fast 70 Jahre zurück und die Innenrenovierung 1940/41 war situationsbedingt nur eine provisorische. Somit wurde 1973/74 eine Generalrenovierung durchgeführt. Wie schon bei der „Romanisierung“ im Jahr 1877 wurde viel entfernt und erneuert.  Insbesondere wurden die Altäre ausgetauscht, die Kirchenbänke und der Kirchenboden erneuert, die Kirchenwände entfeuchtet und das Kirchendach neu gedeckt. Zudem wurde auch das Grab des Grafen von Starhemberg geöffnet und sichtbar gemacht. Mit dieser Renovierung erlangte die Wallfahrtskirche schlussendlich im Großen und Ganzen das heutige Aussehen.

Erstellt von Martin Gunz