Die Erscheinungsgeschichte

An einem Herbsttag im Jahre 1629 gingen die Kinder Martin und Hans Höfle zur hauseigenen Mühle im Baumgartner Tobel als ihnen am Waldesrand eine Frau „ganz in weiß“ und „glänzend wie die Sonn“ erschien. Die Frau mahnte bei den Kindern ein, dass ein Mann ihr versprochen habe für ihr Abbild eine steinerne Kapelle zu bauen, wenn die Pest sein Haus verschonen würde. Dieser Mann habe aber bis jetzt sein Versprechen nicht eingehalten. Die Kinder erschraken so sehr, dass sie nicht zurück nach Hause sondern zur Mühle liefen und dort auch die Nacht verbrachten. Der besorgte Vater Georg Höfle konnte sie erst am nächsten Morgen bei der Mühle finden, wo er sie zur Rede stellte. Die Kinder berichtetem dem Vater von diesem Ereignis, wobei dieser meinte, dass er derjenige sei, der das Versprechen gegeben und nicht eingehalten habe. Am nächsten Tag begann er sofort mit den Vorbereitungen zum Bau der versprochenen Kapelle. Er kaufte sich in Bregenz Kalk und ließ Sand und Steine zur bestehenden Holzkapelle führen. Georg Höfle konnte den Bau aber nicht mehr fertigstellen, da er schwer erkrankte und verstarb. Seine Frau Magdalena führte den Bau fort und vollendete ihn. In dieser Zeit soll der Überlieferung nach mehrmals eine weiß gekleidete Frau in der Umgebung der Kapelle gesehen worden sein. Etwa im Jahr 1650 wurde der zuvor genannte Martin Höfle von einer Stimme aus dem Schlaf geweckt. „Martin, baue! Martin, baue!“, sagte diese. Martin sah dies als eine Offenbarung an, aber keiner schenkte ihm glauben. Als Martin am nächsten Tag nahe der Kapelle mit Ochsen ackerte und diese sich an einer bestimmten Stelle einfach nicht mehr bewegen wollten, erkannte er, dass dies ein besonderer Ort war. Daraufhin wurde Martin krank und erst als seine Frau versprach eine Umzäunung für die Kapelle zu erstellen, wurde er größtenteils wieder gesund.