Errichtung der Benefizien

Mit dem Bau der Kirche erlebte die Wallfahrt eine Blütezeit mit bis zu 34.000 Kommunikanten im Jahr. Durch zahlreiche Opfergaben konnten im Laufe der  Zeit mehrere Benefizien (Stiftungen) errichtet werden, mit denen mehrere dauerhaft anwesende Benefiziate (Kapläne) finanziert werden konnten. Im Jahr 1666 wurde das „Muttergottes-Benefizium“, 1676 das „St. Joseph-Benefizium“, 1695 das „St. Sebastiani-Benefizium“ und 1702 das „Benefizium zum hl. Joachim“ errichtet.

Größter Gönner der Wallfahrt

Auch der österreichische Adel wurde bald auf die Wallfahrt aufmerksam. Der eifrige Marienverehrer Graf Maximilian Lorenz von Starhemberg, General der kaiserlichen Armee, besuchte 1677 das erste Mal die Wallfahrt und hinterließ sogleich eine Spende von 150 Gulden, was in etwa die Hälfte des Jahresgehaltes eines Benefiziaten ausmachte. An den darauffolgenden Jahren war der Graf zwar zumeist verhindert, aber er ließ der Wallfahrt weiterhin jährlich Spenden zukommen. Am 31. Juli 1688 besuchte der Graf das letzte Mal die Wallfahrt. Er äußerte dabei den Wunsch nach seinem Ableben in einer Gruft unterhalb der Kirche bestattet zu werden. Zu diesem Zweck stellte er für den Bau 1500 Gulden zur Verfügung, wobei in dessen Zuge auch der innere Chor etwas verlängert wurde. Der Graf starb bereits ein Jahr später am 17. September 1689 im Belagerungskampf um die Stadt Mainz. Sein Leichnam wurde in einem kupfernen Sarg nach Bildstein transportiert und am 11. Oktober 1689 in der Gruft beigesetzt. Der Graf vermachte der Wallfahrt mittels Legat die beträchtliche Summe von 10.000 Gulden. Neben dem Grafen gab es unzählige weitere große und kleine Spender, die der Wallfahrt zum Wohlstand verhalfen.

Geplante Errichtung eines Klosters

Die weithin bekannte und lukrative Wallfahrt zu Maria Bildstein erweckte das Interesse des Servitenordens aus Innsbruck. Der Fürstbischof von Konstanz wurde 1689/90 ersucht den Serviten die Wallfahrt zu übertragen und ihnen zu erlauben in Bildstein ein Kloster zu errichten. Wie einflussreich die Serviten waren, erschließt sich aus den Bittschreiben von Herzog Karl V. von Lothringen (Statthalter von Tirol und Vorlanden), dessen Ehefrau Eleonora Maria von Österreich (verwitwete Königin von Polen und Schwester des österreichischen Kaisers) und König Joseph I. (Sohn des österreichischen Kaisers). Der Fürstbischof sowie die Stände der „vier Herrschaften vor dem Arlberg“ sprachen sich gegen die Ansiedlung der Serviten in Bildstein aus, da die Weltpriester zur Zufriedenheit aller die Wallfahrt aufgebaut haben und zur Blüte verhalfen. Diese nun einfach an die Ordenspriester abzutreten, wäre nicht in ihrem Sinne. Zudem fürchteten sie durch den Einkommensverlust die Verarmung der bereits ansässigen Priesterschaft. Der Fürstbischof sah sich von den hochrangigen Bittbriefen aber derart unter Druck gesetzt, dass er sogar den Kaiser um Fürsprache ersuchte. Da der Widerstand aus Vorarlberg aber zu groß war, ließen die Serviten mit der Zeit von ihrem Vorhaben ab.